Ein Cannabisverein oder Cannabis Social Club ist ein gemeinnütziger Verein erwachsener Cannabiskonsumenten, die sich organisieren, um sich in einem privaten Raum zu versorgen und zu konsumieren, ohne auf den illegalen Markt zurückzugreifen. Die Gründung des Vereins ist legal, seine Tätigkeit ist jedoch durch kein landesweites Gesetz geregelt: Seine Funktionsweise muss daher die von den Gerichten aufgestellten Kriterien einhalten, um keine Straftat darzustellen. In diesem Leitfaden erklären wir, was ein Cannabisverein ist, wie er funktioniert, ob er legal ist und welche Risiken bestehen.
Was ist ein Cannabisverein?
Es handelt sich um eine im Vereinsregister eingetragene Einrichtung mit Satzung, Vorstand und Mitgliedern, deren Zweck es ist, Personen, die bereits Cannabis konsumieren, einen sichereren und verantwortungsvolleren Konsum zu ermöglichen. In der Praxis werden die Begriffe Cannabisverein, Cannabisclub und Cannabis Social Club (CSC) synonym verwendet. Er ist nicht dasselbe wie ein Raucherclub für Tabak, bei dem sich lediglich Fragen der Lizenz für das Lokal stellen.
Sind Cannabisvereine in Spanien legal?
Die Gründung eines Konsumentenvereins ist Ausdruck der legalen Ausübung der Vereinigungsfreiheit. Nicht geregelt ist hingegen die Tätigkeit, die viele ausüben: der Anbau für die Mitglieder, die Verteilung unter ihnen und der Konsum im Vereinslokal. Dieses Feld wurde schrittweise von den Gerichten abgesteckt:
- Der spanische Oberste Gerichtshof (Tribunal Supremo) hat in seinem Urteil 484/2015 entschieden, dass der Anbau und die organisierte Verteilung von Cannabis durch einen Verein mit einer großen Zahl von Mitgliedern eine Straftat gegen die öffentliche Gesundheit darstellen.
- Das Verfassungsgericht (Tribunal Constitucional) hat die Gesetze Navarras, des Baskenlands und Kataloniens, mit denen versucht wurde, die Clubs zu regeln, ganz oder teilweise für nichtig erklärt, da die Strafgesetzgebung im Bereich Drogen in die Zuständigkeit des Staates fällt.
Bei der Beurteilung, ob die Versorgung unter Mitgliedern als gemeinsamer Konsum (consumo compartido) und nicht als Handel angesehen werden kann, hat die Rechtsprechung insbesondere berücksichtigt, ob es sich um gewohnheitsmäßige und erwachsene Konsumenten handelt, um eine kleine und bestimmte Gruppe, um geringe Mengen für den sofortigen Konsum und um einen Konsum an einem geschlossenen Ort ohne Weitergabe an Dritte. Je weiter sich ein Club von diesen Kriterien entfernt, desto größer ist sein strafrechtliches Risiko.
Wie ein Cannabis Social Club funktioniert
- Aufnahme von Mitgliedern: ausschließlich volljährige Personen, die bereits konsumieren, in der Regel auf Empfehlung eines anderen Mitglieds. Die Clubs dürfen weder werben noch offen Mitglieder anwerben.
- Mitgliedsbeiträge: Die Mitglieder zahlen Beiträge zur Deckung der Kosten des Vereins, ohne Gewinnerzielungsabsicht und ohne Gewinnverteilung.
- Konsumprognose: Viele Clubs erfassen eine Konsumprognose jedes Mitglieds, um die Versorgung entsprechend zu bemessen.
- Konsum im Vereinslokal: Der Konsum findet am privaten Vereinssitz statt, der über die entsprechende kommunale Genehmigung verfügen muss.
- Dokumentierte Verwaltung: Mitgliederverzeichnis, transparente Buchführung und Datenschutz gemäß DSGVO.
Die rechtlichen Risiken eines Cannabisvereins
- Strafrechtliches Risiko für den Vorstand und die Mitglieder, wenn der Club als organisierte Verteilung angesehen wird: hohe Mitgliederzahl, Aufnahme von Nichtkonsumenten, Verkäufe an Dritte oder Preise pro Gramm.
- Verwaltungssanktionen wegen Konsums oder Besitzes in der Öffentlichkeit außerhalb des Vereinslokals. Wir erklären dies in unserem Leitfaden zum Bußgeld für Konsum in der Öffentlichkeit.
- Schließung des Lokals, wenn es nicht über die erforderliche Lizenz verfügt oder die kommunalen Verordnungen nicht einhält.
Gibt es Cannabisvereine in meiner Nähe?
Cannabisvereine sind private Einrichtungen, die weder werben noch beliebige Personen aufnehmen dürfen. Deshalb gibt es kein offizielles Verzeichnis. Am häufigsten wird man Mitglied über ein Mitglied, das einen empfiehlt. Und wenn Sie einen eigenen Verein gründen möchten, informieren Sie sich über die Voraussetzungen für die Gründung eines Cannabisvereins.
Häufige Fragen
Wie viele Mitglieder braucht man, um einen Cannabisverein zu gründen?
Mindestens drei Gründungsmitglieder, gemäß dem spanischen Organgesetz 1/2002 über das Vereinigungsrecht.
Kann man in einem Cannabisverein Cannabis kaufen?
Es handelt sich nicht um einen Kauf: Die Mitglieder zahlen Beiträge zur Deckung der Kosten eines gemeinsamen Anbaus. Funktioniert der Club wie ein Geschäft und verkauft grammweise oder an Nichtmitglieder, ist das Risiko, eine Straftat zu begehen, hoch.
Kann ein Tourist Mitglied werden?
Die Aufnahme von Durchreisenden ohne Wartezeit oder Empfehlung gehört zu den Praktiken, die den Club dem größten strafrechtlichen Risiko aussetzen.
Ist ein Raucherclub dasselbe wie ein Cannabisverein?
Nein. Ein Raucherclub ist ein privater Raum, in dem Tabak geraucht werden darf; bei einem Cannabisverein stellen sich zusätzlich strafrechtliche Fragen zur Versorgung mit und zum Konsum von Cannabis.
Anwälte für Cannabisvereine
Bei S&F Abogados gründen und verteidigen wir Cannabisvereine in ganz Spanien: Satzung, Registereintragung, laufende Verwaltung und Strafverteidigung. Entdecken Sie unseren Service für Cannabisvereine, stellen Sie Ihre Anfrage online oder rufen Sie uns an unter +34 919 532 802.


